Kinder- und Altersarmut gestiegen

06. August 2017

von Elmar Widder

Jedes fünfte Kind gefährdet

Jedes fünfte Kind armutsgefährdet? Das ist ein besorgniserregender Zustand und ich kann nicht nachvollziehen, wie die Bundeskanzlerin in einer Haushaltsdebatte im Jahr 2016 äußern konnte, dass es „den Menschen in Deutschland noch nie so gut ging“ [wie heute]. Nun, wem es gut oder schlecht geht, liegt sicherlich im Auge des Betrachters. Und ja, einigen wenigen – gemessen an der Anzahl der Gesamtbevölkerung – geht es richtig gut; sie profitieren ja auch vom Raubtierkapitalismus.

Und was ist mit den anderen?

In Deutschland existiert aber auch das Phänomen der befristeten Jobs, der niedrigen Löhne und der Kinder- und Altersarmut. Zum Glück gibt es noch Menschen wie den Armutsforscher Prof. Dr. Butterwegge, die kein Blatt vor den Mund nehmen (klicken Sie hier). Häufige Jobwechsel, oftmals mit mühsamen Umzügen verbunden, gehören doch heutzutage längst zur Alltagsrealität. Der Arbeitnehmer soll flexibel und immer verfügbar sein – das wird erwartet; und wenn der Zeitvertrag dann schließlich ausläuft ist, dann kommt einfach der oder die Nächste. Denn auch befristen will gelernt sein…

Drohende Altersarmut

Was uns zudem ebenfalls keiner sagt ist, dass in den kommenden 20 Jahren wesentlich mehr Menschen von Altersarmut betroffen sein werden als jetzt. Dies hat die Bertelsmann Stiftung erst kürzlich veröffentlicht. Wenn fast ein Viertel gegenwärtig im Niedriglohnsektor beschäftigt ist, liegt es doch auf der Hand, dass auch fast ein Viertel eben nicht in der Lage ist, privat für das Alter vorzusorgen – da muss man doch nicht studiert haben, um das zu verstehen. Auch diese Entwicklung wird unsere Gesellschaft spalten. Deshalb brauchen wir dringend eine Reform unseres Rentensystems. In Österreich geht´s doch auch!

Alleinerziehende besonders gefährdet

Am stärksten betroffen sind vor allem Alleinerziehende, Familien mit mehreren Kindern und ältere Menschen. Und jetzt seid mir bitte nicht böse wenn ich das sage: Aber wer noch nie oder nicht lange in unsere Sozialkassen mit einbezahlt hat, kann halt leider auch nicht die gleichen Leistungen erwarten, wie die, die sich schon ihr Leben lang am Topf beteiligt haben. Denn sonst fühlen sich die, die bereits länger einbezahlt haben unfair behandelt. Das ist doch nur logisch.

… das Thema mit Flüchtlingen und Fluchtursachen bekämpfen

Wenn wir Menschen wirklich helfen wollen, dann sollten wir Ihnen nicht durch illegale Kriege und unfaire Handelsabkommen ihre Lebensgrundlage in ihren Heimatländern entziehen. Selbst wenn wir 30 Millionen Menschen aufnehmen würden – es würde an der Gesamtsituation nichts ändern. Einen interessanten Youtube-Beitrag von Roy Beck, einem Journalisten aus den USA zum Thema Immigration findet ihr hier. Zum Jahreswechsel 2016/2017 betrug die Weltbevölkerung ca. 7,47 Millarden Menschen – das sind 7.470.000.000. Das nur mal so nebenbei. So – und in Deutschland sind wir ca. 82.000.000, also knapp 82 Millionen Einwohner.

Ungerechte Verteilung des Kapitals

Der Raubtierkapitalismus der letzten Jahre verhindert soziale Gerechtigkeit und spaltet die Gesellschaft. Denken die Vorstandvorsitzenden und CEOs von Chemiekonzernen denn nicht an ihre Kinder und Enkelkinder, denen Sie einen völlig vergifteten Planeten – verursacht durch ihre nackte Gier – hinterlassen werden? Und damit nicht genug, wer soll sich später um diese ganzen Atomfässer kümmern, die schon auf dem Meeresgrund liegen?

Fazit

Der Niedriglohnsektor in der Bundesrepublik Deutschland ist auch im internationalen und europäischen Vergleich stark angestiegen. Zwar erwirtschaftete die Bundesrepublik mit ihren Exportüberschüssen milliardenschwere Gewinne, jedoch kommt der Reichtum nicht bei den Menschen an, die ihn mit erwirtschaftet haben. Diese Tatsache wird langfristig auch das Problem der Altersarmut verstärken, von der immer mehr Menschen betroffen sein werden.

Wer weiterhin die Augen vor den massiven Problemen der Zukunft verschließen will – bitte sehr. Niemand von euch wird aber später sagen können, ihr wärt nicht ausreichend gewarnt worden. Denn wer durch seine ganz persönliche Teilnahmslosigkeit diejenigen fördert, die uns systematisch ausnehmen (und das waren die Regierungen der letzten Jahre), darf sich am Ende nicht wundern, wenn es für uns  im Alter richtig bitter wird. Frau Merkel ist dann aber längst Geschichte…

Denken Sie nach – eigentlich sind wir alle viel zu schlau, als dass wir unsere eigenen „Metzger“ wählen, oder?

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